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Informationsbroschüre Demenz

Was versteht man unter Demenz?
Jeder Mensch leidet mit zunehmendem Alter unter einer ganz normalen Vergesslichkeit, der eine mehr, der andere weniger. Hiervon zu unterscheiden ist die Erkrankung De-menz (lat. mens = Verstand), die in unterschiedlichen Formen auftreten kann. Allen De-menzformen gemein ist, dass der Betroffene unter dem langsamen fortschreitenden Ver-lust seiner intellektuellen Fähigkeiten leidet. Für Angehörige ist neben den Einschrän-kungen der kognitiven Fähigkeiten oft eine Veränderung des Verhaltens und der Per-sönlichkeit des Betroffenen besonders belastend.

Demenz: eine Erkrankung vorwiegend im hohen Lebensalter
Von der Krankheit Demenz betroffen sind vor allem Menschen im hohen Lebensalter. Die meisten Betroffenen sind älter als 80 Lebensjahre. Die folgende Übersicht zeigt den Prozentsatz der Demenzkranken in Abhängigkeit vom Alter (Berliner Altersstudie aus dem Jahr 1996).


Altersgruppe Anteil Demenzerkrankter
65- bis 69-Jährige 1,2 %
70- bis 74-Jährige 2,8 %
75- bis 79-Jährige 6,0 %
80- bis 84-Jährige 13,3 %
85- bis 89-Jährige 23,9 %
über 90-Jährige 34,6 %

Hinzu kommt eine bestimmte Anzahl an nicht diagnostizierten Demenzen, deren Anzahl nur schwer bestimmt werden kann. Das hohe Alter der Betroffenen stellt die Angehörigen vor besondere Probleme. Sie müssen die pflegerischen Aufgaben oft selber leisten, bzw. müssen die Pflege organisieren. Besonders schwierig gestaltet sich die Pflege, wenn die zu pflegenden Patienten alt und gebrechlich sind. Ungefähr 40 Prozent der pflegenden Angehörigen stehen vor dieser Herausforderung.

Was sind die Symptome einer Demenz?


Symptome für eine beginnende Demenz können z. B. sein:

  • Fortschreitende Verringerung der Gedächtnisleistung
  • Schwierigkeiten beim Rechnen
  • Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses
  • Verringerung des Sprachvermögens
  • Probleme bei der Orientierung

In Deutschland leiden über eine Millionen Patienten unter Demenz. Davon sind 700.000 Patienten an der Alzheimer-Demenz, der häufigsten Demenzform, erkrankt. Neben den Betroffenen sind vor allem die Angehörigen durch die Krankheit besonders belastet. Die Betroffenen verändern Ihr Verhalten bzw. Ihre Persönlichkeit als Folge der Demenz. Sie finden sich im Alltag nicht mehr zurecht. Sie vergessen, was sie kurz zuvor gesagt haben und sind deshalb auf fremde Hilfe angewiesen. Im fortgeschrittenen Stadium werden Angehörige nicht mehr erkannt, die Betroffenen können depressiv oder aggressiv wer-den. Umgangssprachlich wird Vergesslichkeit häufig auch als „Alzheimer“ oder „De-menz“ bezeichnet. Allerdings handelt es sich oftmals nur um „normale“ Altersvergess-lichkeit. Die folgende Übersicht zeigt einige Unterschiede zwischen Altersvergesslichkeit und Demenzformen, wie z. B. der Alzheimer-Demenz.

 

Anzeichen für Altersvergesslichkeit Anzeichen für (Alzheimer-Demenz)


Vorübergehende Vergesslichkeit Andauernde Vergesslichkeit
Bei intensivem Nachdenken fällt dem Betroffenen das Vergessene meist wie-der ein. Der Betroffene kann sich an das Vergessene trotz intensiven Nachdenkens nicht mehr er-innern.
Soziale Kontakte bleiben erhalten. Der Betroffene zieht sich aus seinem sozia-len Umfeld oftmals zurück.
Das Verlegen von Gegenständen und die Vergesslichkeit treten nur gelegent-lich auf. Das Verlegen von Gegenständen und die Vergesslichkeit treten regelmäßig auf.


Formen der Demenz

Es gibt verschiedene Formen der Demenz, die durch unterschiedliche Ursachen entste-hen können. Nur Ihr Arzt kann durch einige Untersuchungen und Tests feststellen, um welche Form der Demenz es sich im konkreten Fall handelt. Dabei geht es ebenso um die kognitive Leistungsfähigkeit wie um verändertes Verhalten in Alltagssituationen oder die grundlegende Änderung der Persönlichkeit.

Alzheimer-Demenz
Etwa 70 Prozent der Demenz-Kranken leiden unter der Alzheimer-Demenz. Diese Er-krankung wurde nach seinem Entdecker, dem Psychiater und Neuropathologen Alois Alzheimer benannt. Sie tritt insbesondere nach dem 60. Lebensjahr auf. Die genaue Ur-sache ist noch ungeklärt, man weiß jedoch, dass die Gedächtnisstörungen durch die langsame Reduzierung von Nervenzellen ausgelöst werden.


Vaskuläre Demenz
Die Symptome einer vaskulären Demenz sind denen anderer Demenzformen sehr ähn-lich. Nach der Alzheimer-Demenz ist die vaskuläre Demenz die zweithäufigste De-menzerkrankung. Allerdings unterscheidet sich diese Form der Demenz durch die Ursa-che und demzufolge auch in der Therapie der Erkrankung.

Parkinson-Demenz
In Deutschland leben etwa 250.000 bis 300.000 Parkinson-Patienten. Ähnlich wie bei der Demenzerkrankung sind von Parkinson vor allem ältere Patienten betroffen, es ist jedoch auch möglich, an Parkinson in jungen Lebensjahren zu erkranken.

Pseudodemenz
Bei einer Pseudodemenz nimmt der Patient Symptome einer Demenz wahr, ist jedoch nicht demenzkrank. Bestimmte Medikamente, Entzündungen, Tumore, Verletzungen des Gehirns aber auch Infektionskrankheiten können eine Pseudodemenz auslösen.

Ursachen der Demenz
Unter dem Oberbegriff Demenz werden verschiedene Formen der Demenz zusammen-gefasst. Da die häufigste Demenzerkrankung die Alzheimer-Demenz ist, wird in diesem Abschnitt vor allem auf diese Form der Demenz eingegangen. Die Ursachen für diese Form der Erkrankung sind trotz intensiver Forschung nicht vollständig geklärt. Es wird von multiplen Ursachen ausgegangen, wie z. B. den Erbanlagen oder Kopfverletzungen.

Veränderung der Nervenzellen im Gehirn
Im Gehirn eines Demenz-Kranken verändern sich die Nervenzellen, im Verlauf der Krankheit schrumpfen sie und Nervenzellkontakte gehen verloren. Bildlich gesprochen werden einzelne Informationen wie auf einer Festplatte unwiederbringlich gelöscht. Dies wird aber nicht sofort bemerkt, denn unser Gehirn ist trainiert, die fehlenden Informatio-nen geschickt durch neue Verknüpfungen zu „ersetzen“.
Verringern sich die Nervenzellen massiv, führt das zu einer Veränderung der Hirnstruk-tur. Es tritt ein Mangel an Botenstoffen, den Neurotransmittern, auf. Die Ausfälle sind of-fensichtlich. Ein Mangel an dem Botenstoff Acetylcholin z. B. löst Störungen in der Ge-dächtnisleistung aus. Das Fehlen von Noradrenalin oder Serotonin verändert das Ver-halten eines Menschen, z. B. können Depressionen oder Angstzustände entstehen. Als Folge des Untergangs von Nervenzellen kommt es zur krankhaften Bildung von Eiweiß (Protein) und zu Ablagerungen im Gehirn. Hirngewebe, welches zuvor gesund war wird mit Amyloid-Plaques (abnorm veränderte Proteine zwischen den Zellen) und Neurofibril-len (z. B. Alzheimer-Fibrillen) durchsetzt. Innerhalb der Nervenzellen entsteht das giftige Protein A-beta-42, das den Stofftransport stoppt. Dadurch bilden sich in den Nervenzel-len unlösliche Komplexe, die als Neurofibrillen identifiziert werden können. Zusätzlich schädigen die Plaques die angrenzenden Nervenzellen. Über ein Computertomogramm (CT) lässt sich die Reduzierung des gesunden Hirngewebes (Atrophie) auch bildlich darstellen.

 

Diagnose vom Fachpersonal

Um die Krankheit Demenz adäquat behandeln zu können muss sich der Betroffene in ärztliche Behandlung begeben. Fällt Angehörigen eine Veränderung der kognitiven Fä-higkeiten auf, sollten Sie den Betroffenen von einem Arztbesuch überzeugen. Nur ein (Fach-)Arzt kann eine Demenzerkrankung fachgerecht diagnostizieren und die richtige Therapie einleiten. Der Arzt hat die Möglichkeit, über körperliche Untersuchung, Labor-tests, bildgebende Diagnostik und Tests eine eindeutige Diagnose zu stellen. Er muss andere Erkrankungen ausschließen, wie z. B.:

  • Sauerstoffmangel durch Herz- oder Lungenerkrankungen
  • Unterfunktion der Schilddrüse
  • Parkinson-Erkrankung
  • Verschleppte Infektion
  • Depression
  • Austrocknung durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr
  • Durchblutungsstörungen

Körperliche Untersuchung & Labortests
Im ersten Schritt wird Ihr Arzt versuchen andere Krankheiten auszuschließen, bzw. Hinweise zu finden, die auf eine Demenz schließen lassen. Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) wird untersucht, und dabei die Konzentration bestimmter Eiweißstoffe untersucht. Ist der Wert für beta-Amyloid zu niedrig und der Wert für das Tau-Protein zu hoch, kann dies z. B. ein Hinweis auf eine Demenz sein.

Bildgebende Verfahren
Der Arzt kann verschiedene bildgebende Verfahren einsetzen. Dadurch können ver-schiedene Ursachen der Demenz ausgeschlossen werden. Zu den Verfahren gehören: Computertomographie (CT) des Gehirns, Magnetresonanztomographie (MRT) oder nuk-learmedizinische Verfahren z. B. SPECT (Single Photon Emissionstomographie) oder PET (Positronen- Emissionstomographie). Durch die bildgebenden Verfahren hat der Arzt u. a. die Möglichkeit, Durchblutungsstörungen aber auch Stoffwechselaktivitäten bestimmter Hirnregionen zu bestimmen und dadurch die Funktion bestimmter Hirnregio-nen darzustellen.

Testverfahren
Durch verschiedene Tests hat der Arzt zusätzliche Möglichkeiten, eine Demenz zu diag-nostizieren. Er wird dem Betroffenen aber auch den Angehörigen Fragen stellen um her-auszufinden, wie sich die geistige Leistungsfähigkeit des Betroffenen verändert hat. Fra-gen, die der Arzt dem Betroffenen stellt, können beispielsweise folgende Themengebiete betreffen:

Beispiel
Orientierung - Wo befinden wir uns hier?
Merkfähigkeit - Bitte sprechen Sie folgende Begriffe nach: Auto – Blume – Haus.
Aufmerksamkeit / Rechenfähigkeit - Bitte zählen Sie die Zahl 100 in Schritten von jeweils 7 rück-wärts. 
Erinnerungsfähigkeit - Bitte wiederholen Sie zwei Begriffe aus Schritt 2 des Testes (also Auto, Blume, Haus)
Sprache Bitte benennen Sie folgende Gegenstände (der Arzt zeigt auf einen Bleistift und seine Uhr)


Erkennung durch den Partner bzw. Angehörige
Die Symptome einer Demenz entwickeln sich schleichend. Für Angehörige ist es des-halb nicht einfach, die ersten Anzeichen einer Demenz von unbedenklichen Gedächt-nislücken zu unterschieden. Dennoch gilt: je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser lässt sich der Fortschritt der Krankheit verzögern.

Nicht immer ist es Demenz
Ein Besuch beim Arzt hilft herauszufinden, ob der Betroffene wirklich an der schweren Demenz-Krankheit leidet oder einfach nur an einer altersbedingten Verminderung der kognitiven Fähigkeiten. Der Arzt diagnostiziert zudem, ob und falls ja um welche Form der Demenz es sich handelt. Es ist wichtig und richtig, dass ein möglicher Demenz-Kranker auch bei einem geringen Anfangsverdacht einen Arzt aufsucht. Dadurch wird der Erfolg der Therapie stark beeinflusst. Ziel der Therapie ist es, möglichst lang selbstbe-stimmt leben und handeln zu können.

Anzeichen einer Demenz
Erste Anzeichen einer Demenz sind für Angehörige und Betroffene nur schwer zu er-kennen. Veränderungen im Kurzzeitgedächtnis können erste Anzeichen auf eine De-menz sein. Der Betroffene verlegt regelmäßig Unterlagen, Zigaretten oder seinen Haus-türschlüssel. Auch wenn der Betroffene direkt vor einem Gegenstand steht den er sucht, kann er ihn nicht finden. Er vergisst Verabredungen oder den Küchenherd auszuschal-ten. Auch die Merkfähigkeit leidet unter der Demenz-Erkrankung. In einem Gespräch ver-liert der Betroffene den Gesprächsfaden, er hat Schwierigkeiten sich auszudrücken und verwendet deshalb einfache Worte und einfachen Satzbau. Einige Demenz-Patienten verlieren darüber hinaus ihren Orientierungssinn. Sie irren orientierungslos umher und finden ihre eigene Wohnung nicht mehr, obwohl Sie nur wenige 100 Meter vom Haus-eingang entfernt sind. Je früher eine Demenz diagnostiziert wird, desto besser lässt sich die Lebensqualität der Patienten erhalten. Im Zweifel sollten Sie deshalb unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

 

Behandlung

Die Diagnose Demenz verändert das Leben der Betroffenen, aber auch das der Angehö-rigen. Die Krankheit verändert die Persönlichkeit und das Miteinander mit einem gelieb-ten Menschen. Betroffene und Angehörige müssen lernen, mit der veränderten Situation umzugehen und sich ggf. professionelle Unterstützung organisieren. Die Demenz-Erkrankung verläuft unterschiedlich, bei einigen Patienten schreitet die Krankheit sehr schnell voran, bei anderen dauert es Jahre, bis eine Verschlechterung wahrgenommen wird. Die Therapieansätze lassen sich in eine medikamentöse Behandlung und eine un-terstützende, nicht-medikamentöse Behandlung unterscheiden. Beide Wege sollten pa-rallel eingeschlagen werden, um eine größtmögliche Verzögerung des Krankheitsverlau-fes zu erzielen. Eine Heilung der Demenz ist mit den derzeitigen wissenschaftlichen Er-kenntnissen noch nicht möglich

Medikamentöse Behandlung
Medikamente verbessern den Verlauf der Krankheit nachgewiesenermaßen. Die Krank-heit schreitet langsamer voran, die kognitiven Fähigkeiten bleiben für einen gewissen Zeitraum erhalten. Würden die Patienten nicht behandelt, würde die Krankheit und somit der Verfall der geistigen Fähigkeiten einen schnelleren Verlauf nehmen als ohne Medi-kamente. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt in ihren Leitlinien zwei medikamentöse Therapiestränge. Bei leichter bis mittelschwerer Demenz werden Choli-nesterasehemmer wie die Wirkstoffe Rivastigmin, Galantamin oder Donepezil eingesetzt. Bei moderaten (= mittelschweren) und schweren Demenzen wird der Wirkstoff Memantin verwendet. Diese Leitlinien sind nicht als allgemeingültige Regeln zu verstehen, Ihr Arzt entscheidet, welche Präparate in Ihrem konkreten Fall einzusetzen sind.

Cholinesterasehemmer
Im Gehirn werden Überträgerstoffe benötigt, um Eindrücke der Umwelt zu verarbeiten, die sog. Neurotransmitter. Ein wichtiger Hirnbotenstoff, der für die Übertragung von Informa-tionen zuständig ist, ist Acetylcholin. Im Falle der Demenz-Erkrankung wird dieser Über-trägerstoff durch Enzyme, die Cholinesterasen kontinuierlich abgebaut. Das dadurch entstehende Defizit an Acetylcholin führt zu den zuvor beschriebenen Demenz-Symptomen. Cholinesterasehemmer setzen, wie der Name schon sagt, bei dem enzyma-tischen Abbau von Acetylcholin an. Der Abbau von Acetylcholin soll verhindert werden. Die verschiedenen Substanzen der Cholinesterasehemmer unterscheiden sich in den Nebenwirkungsprofilen, jedoch in den Darreichungsformen (z. B. Tabletten, Lösung, Pflaster). Außerdem unterscheidet sich der Wirkstoff Rivastigmin von Galantamin und Donepezil, da er eine zusätzliche Zulassung besitzt. Rivastigmin ist neben der Behand-lung bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz zugelassen zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom.

Memantin
Memantin ist zugelassen zur Behandlung von Patienten mit moderater bis schwerer Alz-heimer-Demenz. Nebenwirkungen können zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen und Durch-fall sein. Die Nebenwirkungen sind geringer und auch seltener, wenn die Therapie mit einer niedrigeren Medikamentendosis begonnen und langsam gesteigert wird. Ihr Arzt wird Sie hierzu ausführlich beraten. Memantin wird von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in ihren Leitlinien bei fortgeschrittener Demenz empfohlen. Der Wirkstoff Memantin beeinflusst den Rezeptor des Botenstoffes Glutamat im Gehirn. Er blockiert die schädlichen Glutamat-Wirkungen, die zu Funktionseinschränkungen und zum Abster-ben von Nervenzellen führen. Dadurch können auch im fortgeschrittenen Krankheits-stadium Aufmerksamkeit und alltägliche Fähigkeiten verbessert werden. Auch bei der Behandlung mit Memantin sollte niedrig dosiert begonnen werden. Nebenwirkungen können unter anderem sein: Kopfschmerzen, Schläfrigkeit oder Verstopfung.

Andere Medikamente: Ginkgo biloba
Als einzige Arzneimittel gegen Demenz sind Arzneimittel mit Ginkgo-Spezialextrakt, z. B. Gingium®, ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Gingium® ist ein pflanzliches Mittel zu Stärkung der Gedächtnisleistung: Es fördert die Durchblutung und unterstützt die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Gleichzeitig ist Ginkgo ein Radikalfänger, der die Gehirnzellen schützt und stärkt. Dadurch sorgt es bei nachlassender geistiger Leistungs-fähigkeit für ein starkes Gedächtnis und eine gute Konzentration. Gingium® ist sehr gut verträglich, Nebenwirkungen treten nur in Einzelfällen auf. Falls Sie blutverdünnende Arzneimittel einnehmen sind Wechselwirkungen theoretisch möglich, deshalb sprechen Sie vor der Einnahme bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Nicht medikamentöse Behandlung
Neben der medikamentösen Behandlung werden ergänzend eine Reihe von nichtmedi-kamentösen Verfahren empfohlen, um den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.
Kognitive Verfahren
Unter kognitiven Verfahren versteht man Maßnahmen, bei denen kognitive Funktionen (Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache usw.) aktiviert werden. Unter Anleitung von Fachpersonal wird die kognitive Leistung des Gehirns trainiert, z. B. durch die Einbin-dung in Konversationen oder durch das gezielte Training der Gehirnleistung.

Ergotherapie
Mit Ergotherapie werden Alltagsfunktionen und die Handlungsfähigkeit des Betroffenen trainiert, um die Lebensqualität zu steigern. Die Ergotherapie wird individuell auf die Be-dürfnisse des Patienten abgestimmt. Besonders gestützt werden soll die Selbstversor-gung (z. B. essen, sich anziehen), Freizeitaktivitäten (z. B. Freunde treffen, Handarbei-ten) und Produktivität (z. B. einen Aufsatz schreiben, Fenster putzen).

Künstlerische Therapien

  • Die Behandlung einer Krankheit muss nicht anstrengend oder langweilig sein. Viele Freizeitbeschäftigungen wirken sich positiv auf Demenz aus. Hier ein paar Vorschläge:
    Musizieren wirkt einerseits lindernd auf körperliche Symptome, gleichzeitig hebt es die Stimmung und bessert depressive Symptome.
  • Tanz und Bewegung wird insbesondere bei Störungsbildern mit eingeschränkter sprachlicher Kommunikation empfohlen.
  • Malerei fördert die Feinmotorik und gibt dem Betroffenen die Möglichkeit zum nonver-balen Ausdruck.

Sensorische Verfahren
Unter sensorischen Verfahren versteht man Therapieverfahren, die unmittelbar das sen-sorische Empfinden des Betroffenen ansprechen. Hierzu gehört zum Beispiel die Aroma-therapie (Einsatz von Geruchsstoffen), die Therapie durch Massage und Berührung oder auch die multisensorische Therapie (gleichzeitige Stimulation durch Klänge, Licht, Düfte etc.).


Empfehlungen für alltäglichen Umgang


Die folgenden Empfehlungen können dabei helfen, den Umgang mit einem Demenz-kranken zu erleichtern:
Allgemeine Empfehlungen:

  • Nehmen Sie eine positive Sichtweise ein. Seien Sie geduldig.
  • Interpretieren Sie Gefühlsschwankungen nicht als Bösartigkeit. Versuchen Sie nicht den Betroffenen zu ändern und zu „erziehen“. Streiten Sie nicht!
  • Sprechen Sie in einfachen, kurzen Sätzen. Sprechen Sie langsam, aber ruhig, deutlich und bestimmt.
  • Lassen Sie dem Betroffenen Zeit zu reagieren und wiederholen Sie wichtige Informationen nach Bedarf. Verwenden Sie dabei möglichst dieselben Schlüsselworte.
  • Reden Sie über die Vergangenheit und über besonders schöne gemeinsame Erleb-nisse. Achten Sie dabei auf die Körpersprache und nehmen Sie sich Zeit zum Zuhören. Demente wollen und sollen ihre Gefühle äußern können. Verbalisierte Gefühle belasten weniger.
  • Nehmen Sie den Betroffenen in den Arm und zeigen Sie körperliche Nähe.
  • Erwerben Sie Wissen über die Krankheit, um sich auf deren Verlauf einzustellen.
  • Integrieren Sie den Betroffenen, z  B. wenn Sie sich mit Freunden treffen.
  • Informieren Sie Nachbarn und Freunde über die Krankheit.

 

Empfehlungen zur Gestaltung der Umgebung

  • Sorgen Sie für einen gleichbleibenden aber flexiblen Tagesablauf. Eine klare Struktur,einfache Regeln schaffen Sicherheit und Geborgenheit.
  • Uhr, Kalender und Orientierungstafeln in den Lebensräumen helfen, die Orientierung möglichst lange zu erhalten.
  • Sorgen Sie für ausreichende Beleuchtung zur Orientierung.
  • Achten Sie auf die Sicherung von Gas- und Elektrogeräten, auf bequeme, einfach anzuziehende Kleidung und beseitigen Sie Stolperfallen.
  • Wenn ihr Angehöriger Orientierungsschwierigkeiten hat und dazu neigt, die Wohnung zuverlassen, ist ein Armband oder Zettel mit Name und Adresse hilfreich. Halten Sie für alle Fälle ein aktuelles Foto bereit.
  • Nehmen Sie Veränderungen (z. B. Pflegewechsel) so langsam wie möglich vor.
  • Vermeiden Sie Überforderungen z. B. durch Lärm oder Gedränge.

Empfehlungen zur Pflege

  • Lassen Sie den Betroffenen diejenigen Dinge tun, die er noch selbstständig erledigen kann. Nehmen Sie ihm nicht zu viele Aufgaben ab.
  • Loben Sie den Betroffenen für jede Tätigkeit, die er selber verrichtet mit Worten, durch Berührung oder Lächeln.
  • Stärken Sie das Selbstwertgefühl des Betroffenen. Geben Sie Impulse zu einfachen Tä-tigkeiten, indem Sie Handlungsanreize vorbereiten. Knüpfen Sie an gewohnte Handlungsmuster an.
  • Sorgen Sie dafür, dass der Betroffene regelmäßig seine Medikamente einnimmt.
  • Stellen Sie sicher, dass der Betroffene ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt (mind. 1,5 lWasser pro Tag).
  • Tägliche leichte körperliche Belastungen wie Gymnastik oder Spazierengehen erhalten die körperliche Mobilität.

 

Wichtige Adressen im Internet


Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
Friedrichstr. 236
10969 Berlin
Tel.: 030 / 25 93 79 5-0
Fax: 030 / 25 93 79 5-29
Internet: www.deutsche-alzheimer.de
E-Mail: info@deutsche-alzheimer.de


Auf der Webseite der Deutsche Alzheimer Gesellschaft finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Demenz. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ist ein Dachver-band, zusätzlich gibt es regionale Alzheimer Gesellschaften, die Sie auf der Webseite des Dachverbandes nachschlagen können. Darüber hinaus finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Selbsthilfegruppen in Ihrer Region.
Alzheimer-Beratung am Telefon: 030 / 2 59 37 95 14
der Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.


www.demenz-leitlinie.de
Leitlinien der DGN/DGPPN, herausgegeben von dem Universitätsklinikum Freiburg und dem Zentrum für Geriatrie und Gerontologie Freiburg


www.wegweiser-demenz.de
Umfangreiche Webseite zum Thema Demenz, herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend