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Unser Team für Ihr Wohlbefinden

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Ambulante Versorgung von Kindern und Jugendlichen

Unser Personal ist bestens auf die Versorgung von Kindern und Jugendlichen vorbereitet und geschult. In fast allen Fällen können wir innerhalb weniger Stunden die Versorgung koordinieren. Sprechen Sie uns an!

Informationen zu chronischen Wunden

Lieber Kunde, sehr geehrte Angehörige, Pflegepersonen oder Betreuer,
diese kleine Broschüre ist zur Information und als kleiner Ratgeber für Menschen gedacht, die chronische Wunden haben oder gefährdet sind.
Als chronische Wunde wird eine sekundär heilende Wunde bezeichnet, die trotz konsequenter und sachgerechter lokaler Behandlung innerhalb von 3 Monaten keine Tendenz zur Heilung zeigt. Je nach Ursache unterscheidet man zwischen Ulcus cruris, Diabetisches Fußsyndrom und Dekubitus. Ursächlich sind Störungen der Haut aufgrund von Durchblutungs- oder Stoffwechselstörungen (Ulcus cruris, Diabetisches Fußsyndrom) oder permanent einwirkendem Druck (Dekubitus). Die normale Wundheilung wird gehemmt oder bleibt sogar ganz aus.
Chronische Wunden stellen für die Betroffenen und deren Angehörigen eine erhebliche, den Alltag und die Lebensqualität beeinträchtigende Belastung dar. Aus diesem Grund ist eine pflegerische Versorgung nötig, die in besonderem Maße die Erhaltung, Wiedererlangung und Förderung von Selbstmanagementkompetenzen und Lebensqualität fokussiert. Für ein erfolgreiches Wundmanagement ist neben der sach- und fachgerechten pflegerischen Einschätzung, Beobachtung und Versorgung der Wunde eine wesentliche Aufgabe der Pflegefachkräfte, Betroffene durch Anleitung und Beratung in die Lage zu versetzen, die therapeutischen Maßnahmen und den Umgang mit der Wunde in ihr tägliches Leben zu integrieren.


Ulcus cruris venosum

Das Ulcus cruris venosum entsteht aufgrund einer chronischen Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz) und ist meist an der Knöchelinnenseite lokalisiert. Der durch die unzureichende Stoffwechselsituation hervorgerufene Defekt kann von der Lederhaut bis zur Unterhaut reichen. Die Minderversorgung des Gewebes führt zu einer schlecht abheilenden Wunde und macht eine aufwendige Therapie notwendig.

Therapie
Das Ulcus cruris venosum hat eine sehr schlechte Heilungstendenz. Eine reine lokale Behandlung führt nicht zur Abheilung. Die Ursachen müssen möglichst beseitigt werden. Das Geschwür kann nur abheilen, wenn das Ödem / Lymphödem abgeschwollen und der venöse Blutfluss im Bein verbessert ist.Beseitigung der venösen Stauung durch: Kompressionstherapie, Lymphdrainage, Mobilisation und Gehtraining, sowie Hochlagerung der Beine zur Entstauung

 

  • Chirurgische Therapie: evtl. Gefäßchirurgische Behandlung von Krampfadern, evtl. chirurgische Behandlung des Ulcus selbst
  • Schmerzbehandlung
  • Optimale Diabeteseinstellung
  • Eine Optimierung des Ernährungszustandes
  • Druckentlastung
  • Wundbehandlung richtet sich nach dem Lokalbefund

 

 

Prophylaxe (vorbeugende Maßnahmen)
 

  • angepasste Kompressionstrümpf
  • Sitzen mit hochgelagerten Beinen
  • Beine nicht übereinander schlagen
  • Arbeitshaltung ändern (mal aufstehen oder hinsetzen)
  • Hautpflege

 


Ulcus cruris arteriosum


Die Ursache des Ulcus cruris arteriosum ist überwiegend die Arteriosklerosis der großen und mittleren Gefäße mit einer daraus resultierenden Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff.

Risikofaktoren

  • Diabetes mellitus
  • Hypothyreose
  • Nephrose
  • Lipidstoffwechselstörungen
  • Thrombophilie
  • Atmungsinsuffizienz
  • Falsche Lebensweise mit fett- und kalorienreicher Ernährung, Übergewicht
  • Stress und Nikotinkonsum
  • Hypertonie

 

Therapie
Eine arterielle Verschlusskrankheit kann mit einem Kompressionsverband nicht geheilt werden. Hierdurch würde die arterielle Zufuhr weiter reduziert, was zu einer Verschlechterung des Geschwürs führt.

Ein Patient mit einem durch schlechte arterielle Durchblutung verursachten Geschwür ist unbedingt einem Gefäßchirurgen vorzustellen!
Zur Wiederherstellung bzw. bestmöglicher Kompensierung der Durchblutungssituation im gestörten Hautgebiet sind Maßnahmen entsprechend der auslösenden Ursachen nötig, z. B.:
 

  • Behandlung der Begleiterkrankungen (Bluthochdruck senken, normnahe Blutzucker-einstellung etc.)
  • Maßnahmen zur Wiederherstellung bzw. Verbesserung der Durchblutung (gefäß-chirurgische Verfahren, medikamentöse Verfahren, Beintieflagerung, Gefäßtraining)
  • Kompressionsfreie Lagerungen, völlige Druckentlastung der geschädigten Stelle, auch kurzfristige Belastungen sind zu vermeiden
  • Wundbehandlung richtet sich nach dem Lokalbefund
  • Schmerztherapie
  • Ausschaltung der Risikofaktoren: erhöhte Blutfettwerte, Rauchen, Übergewicht u. a. 

 

 

Prophylaxe (vorbeugende Maßnahmen)
 

  • mit dem Rauchen aufhören
  • Bewegung
  • Gewichtsreduktion
  • fettarme Ernährung
  • Verletzungen vermeiden
  • Orthopädische Schuhe mit entsprechender Druckverteilung
  • Füße täglich auf Veränderungen inspizieren (Hornhautschwielen, Rhagaden, Pilz-infektion der Nägel)
  • Zur Fußpflege keine schneidenden Werkzeuge benutzen, nur körperwarme Fußbäder, kein Barfußlaufen, zur Durchblutungsförderung keine externen Wärmequellen (Wärm-flaschen, Heizkissen, sondern nur Eigenwärme wie z. B. Socken, u. ä.) nutzen.

 

Dekubitus


Ein Dekubitus ist eine auf einen bestimmten Bereich begrenzte Schädigung von Haut und tiefer liegenden Geweben, aufgrund anhaltender Druckbelastung. Die Hauptursache für die Entstehung eines Dekubitus ist die Immobilität des Betroffenen. Es ist ihm nicht möglich, den Druck, der durch das Sitzen oder Liegen entsteht, durch Umlagern zu vermeiden.
Dekubitus sind nicht die Folge bestimmter Erkrankungen und auch keine „normale“ Begleiterscheinung des Alters. Sie sind vielmehr das Ergebnis sich gegenseitig verstärken-der Risikofaktoren. Diese Risikofaktoren werden bei alten Menschen, mit häufig mehreren Krankheiten, verstärkt wirksam. Risikofaktoren, die mit einem erhöhten Dekubitusrisiko einhergehen bzw. bei denen Dekubitus gehäuft auftreten, sind:

  • Mobilitätseinschränkungen jeder Ursache,
  • Durchblutungsstörungen der Haut,
  • Erkrankungen oder Beeinträchtigungen des Stoffwechsels sowie
  • Erkrankungen oder Schädigungen der Haut selbst

Therapie
An wichtigster Stelle zur Behandlung eines Dekubitus stehen die Druckentlastung und eine funktionierende Mikrozirkulation. Auch eine ausgewogene Ernährung inkl. ausreichender Flüssigkeitszufuhr muss gewährleistet werden. Parallel sollte eine phasen-gerechte, lokale Wundbehandlung durchgeführt werden. Schmerztherapie ist notwendig.

Prophylaxe (vorbeugende Maßnahme)

  • Hautpflege
  • Ausschalten von Risikofaktoren, soweit dies möglich ist
  • Mobilisierung bzw. Bewegungsförderung
  • Regelmäßiges Umlagern
  • Freilagern der Fersen
  • Einsatz von Hilfsmitteln und druckentlastenden Systemen
  • Regelmäßige Krankengymnastik, um das Entstehen von Kontrakturen zu vermeiden

 

 

Diabetisches Fußsyndrom

Ein diabetisches Fußulcus ist auf zwei Folgen der Diabeteserkrankung zurückzuführen: die diabetische Nervenerkrankung (Polyneuropathie) und die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).
55 % der Patienten mit diabetischem Fußsyndrom (DFS) haben eine reine Polyneuropathie. Hierbei handelt es sich um eine Schädigung der autonomen, sensorischen und motorischen Nervenfasern.
Bei 10 % der Patienten mit DFS liegt ausschließlich eine pAVK vor. Durch Verengungen und Verschlüsse der Arterien (Mikro- und Makroangiopathie) kommt es zur Verminderung oder Unterbrechung des Blutkreislaufs. Typische Symptome sind Schmerz und Wadenkrämpfe bei Bewegung.
Weitere 35 % der Patienten mit DFS haben eine Mischform aus Neuro- und Angiopathie.

Therapie

  • Stoffwechseloptimierung und Behandlung internistischer Grunderkrankungen
  • Therapie von Gefäßerkrankungen
  • Infektionskontrolle
  • Effektive Druckentlastung
  • Wundbehandlung richtet sich nach dem Lokalbefund
  • Prophylaxe bei Diabetikern (vorbeugende Maßnahmen)
  • Stoffwechseleinstellung: Frühzeitige Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten
  • Verzicht auf Nikotin
  • Tägliche Fußkontrolle auf Blasen, Druckstellen, Rötungen, Schwellungen, Verletzungen? Müssen Nägel gekürzt werden? Ist die Haut zu trocken?
  • Hühneraugen oder Verletzungen unverzüglich der Podologin (Fußpflegerin) oder dem Arzt zeigen
  • Keine Hühneraugenpflaster anwenden
  • Wassertemperatur kontrollieren (30 Grad), keine heißen Fußbäder!
  • Füße sorgfältig abtrocknen, vor allem zwischen den Zehen
  • Hautpflege mit Feuchtigkeitscreme
  • Nägel mit einer kurzen Feile kürzen, nicht zu kurz, Ecken nicht abrunden
  • Scharfe oder spitze Gegenstände sind zur Fußpflege verboten
  • Nur gut passende Schuhe mit weichem Absatz, ohne innere Nähte tragen
  • Schuhe nur abends kaufen, wenn der Fuß dicker ist. Geeignete Schuhe verhindern einen Fußulcus
  • Neue Schuhe zu Beginn nur kurz anziehen und Füße auf Druckstellen kontrollieren
  • Vor dem Anziehen die Schuhe mit der Hand austasten (Fremdkörper, aufgeworfene Innensohle)
  • Kommt man auch mit bequemen Konfektionsschuhen nicht zurecht, weil z. B. der Vorderfuß zu breit geworden ist, profitiert man von Diabetesspezialschuhen. Diese Schuhe werden von verschiedenen Firmen angeboten. Sie sind in drei Weiten erhältlich und ab Werk mit einer weichen Spezialsohle ausgerüstet.
  • Nie barfuß gehen
  • Keine Bettflaschen, keine Heizkissen, bei kalten Füßen Bettsocken tragen
     

Ihr Arzt kann feststellen, ob Sie in Bezug auf Entstehung chronischer Wunden gefährdet sind, was Sie persönlich dagegen tun können und falls Sie bereits davon betroffen sind, für Sie individuell geeignete therapeutische und pflegerische Maßnahmen einleiten.